Mir ist aufgefallen, dass gerade zahlreiche vermutlich betrügerische Internetseiten akademisches Ghostwriting anbieten. Es handelt sich um eine ganze Liste an Seiten voller KI-generierter Texte und KI-generierter AutorInnen und ExpertInnen, die gar nicht existieren. Vorsicht im Umgang mit diesen Anbietern. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um einen Scam.
- Um Missverständnissen vorzubeugen: Abseits vom akademischen Ghostwriting ist Auftragstexten natürlich legal – und ich biete das im Übrigen auch selbst an: Sach- und Fachtexte, redaktionelle Beiträge, Werbetexte, Blogtexte uvm. übernehme ich sehr gerne. Auch erzählende Texte, kurze oder auch längere Geschichten, habe ich bereits in Auftrag geschrieben. Die Inhalte kommen von Ihnen, ich mache den Text daraus.
Melden Sie sich bei Interesse.-
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Ich nenne diese Seiten hier zur Sicherheit nicht namentlich. Es ist eine ganz schöne Liste, und viele heißen recht ähnlich. Ich habe die Seiten inzwischen mehrfach gecheckt – zuerst sahen sie alle sehr gleich aus und waren leicht als Kopien voneinander zu erkennen, inzwischen sind sie ein wenig individualisiert worden, damit es nicht ganz so auffällt.
Die Seiten zeichnen sich allesamt dadurch aus, dass das Impressum entweder gar keine Angaben beinhaltet oder aber Adressen, an denen in Wahrheit andere Unternehmen sitzen usw. Ich habe das ein wenig zurückverfolgt, und bin letztlich im Whois (ein Verzeichnis, das auflistet, auf wen Webseiten zurückzuführen sind) auf eine Seite aus der Schweiz gestoßen, die vorgibt, nur Erfahrungsberichte zu hosten – in der Schweiz sind genaue Angaben im Impressum nicht verpflichtend, wenn es sich nicht um eine gewerbliche Seite handelt, deshalb sind meine Nachforschungen dort erstmal stehen geblieben. Wahrscheinlich sind alle diese Seiten vom gleichen Anbieter.
Zumeist ist es nicht schwer, sie zu entlarven. Das beginnt beim manchmal holprigen Deutsch auf diesen Seiten: „Die Tausende Studierenden suchen nach den qualifizierten Ghostwritern im Internet, nach Empfehlungen der Kommilitonen. Es können sehr oft die frei beruflichen Ghostwriter sein, die selbstständig die Kunden finden und die Aufträge erfüllen. Die Kooperation mit einem solchen Ghostwriter kann nicht immer erfolgreich werden.“ Ernsthaft?
Auch die tausenden Erfahrungsberichte sind mitunter leicht als unecht zu erkennen. Speziell das Kundenbewertungsportal „Trustpilot“ beherbergt unzählige solcher „Erfahrungsberichte“ mit Topbewertungen (eh klar). Bei vielen scheint offensichtlich, dass sie gefälscht, bzw. KI-generiert sind. (Jede der Seiten hat den Trustpilot-Link, die Bewertungen sind häufig dieselben.) Sehr viele dieser „unterschiedlichen“ Seiten geben dieselbe Kontakt-Telefonnummer an. Die angegebenen „ExpertInnen“ kann man leicht nachgoogeln, um sich davon zu überzeugen, dass sie wohl aus der digitalen Retorte stammen. Auf den Scam-Seiten wiederholen sich ihre Namen durch die Bank, mit manchmal unecht wirkenden Profilbildern, dieselben „Personen“ sind hier angebliche KundInnen, dort angebliche LektorInnen oder FachexpertInnen oder auch Servicepersonal …
Dass bei einer Beauftragung tatsächlich ein echter Mensch den (überdies beim akademischen Ghostwriting illegalen) Auftrag übernehmen würde, kann ich mir kaum vorstellen. Eine solche Betrugsmasche kann nur laufen, weil eine generative KI diese Inhalte auf Knopfdruck hundertfach leicht variiert ausspuckt. Das kostet praktisch nichts.
Wenn auch nur ein paar in die Falle gehen, zahlt sich der Scam also schon aus. Und auf Google etwa nehmen diese Seiten momentan (Stand Februar 2026) sicher 75 % der Suchergebnisse auf der ersten Seite ein. Man klickt also auf ein anderes Suchergebnis, wenn einem das erste seltsam vorkommt – und landet beim selben Scam-Anbieter. Ausreichend Frechheit vorausgesetzt, kann man die Suchergebnisse vor allem mit KI-Unterstützung stark beeinflussen.

Dieses Angebot ist in Österreich illegal. Misstrauen Sie den „ExpertInnen“, die diese Seiten auch in dieser Sache heranzitieren. So wird auf einer dieser Seiten etwa eine Rechtsexpertin angeführt, die erklärt, dass diese Form von Ghostwriting völlig legal sei. Ich habe mit der echten Rechtsexpertin Kontakt aufgenommen, deren Name und Bild (Letzteres von der KI etwas abgeändert) hierfür geklaut wurde. Sie hat mir wenig überraschend bestätigt, dass sie eine solche Aussage natürlich in Wahrheit nie gemacht hat.
Akademisches Ghostwriting ist in Österreich verboten. Auch wenn einige dieser überraschend vielen Seiten oft felsenfest das Gegenteil behaupten.
§ 116a des Universitätsgesetzes ist hier eindeutig: Ghostwriting ist illegal, wenn der Anbieter nach den Umständen davon ausgehen kann, dass auch nur Teile der Arbeit zum Nachweis nicht selbst erbrachter Leistungen genutzt werden könnten. Die Strafe reicht bis zu 60.000 Euro, wenn ein wiederholter Verstoß nachgewiesen wird. Das kann sogar zu Gefängnisstrafen führen. (Dass diese Seiten die Ghostwriting-Arbeiten manchmal alibimäßig als „Musterarbeiten“ bezeichnen, zeigt, dass ihnen das Problem bewusst ist, aber es ändert nichts am Sachverhalt. Der Gesetzestext sagt: Zur Straftat reicht es, wenn man annehmen kann, dass das bereitgestellte Werk so verwendet werden könnte. Hier ist das zweifellos der Fall.)
Alle diese Seiten bieten also eine Leistung an, die in Österreich eindeutig gegen das Gesetz verstößt.
Fallen Sie nicht auf diese unseriösen Angebote herein. Werfen Sie diesen Betrügern nicht Ihr Geld und Ihre Daten in den Rachen.
Eine Abschlussarbeit zu verfassen ist viel Arbeit, ja. LektorInnen sind aber gute Unterstützer, wenn Sie mit dem Verfassen einer Abschlussarbeit, einer universitären Hausarbeit etc. Schwierigkeiten haben.
Das beginnt mit der Argumentationskette, die man gemeinsam erarbeiten kann. Wenn die Schreibe selbst, die Rechtschreibung, die Struktur, die Logik der Arbeit etc. das Problem ist, kann man das auch im legalen Raum angehen. Wenn ein Lektor Ihren Schreibstil überarbeitet, Fehler ausbessert oder Tipps gibt und Eingriffe setzt, damit eine Argumentation stichfester wird, ist das auch rechtlich okay. Wichtig ist, dass die Arbeit, der Inhalt des Textes, von Ihnen kommt.
Auch: Man wächst an so einer Herausforderung. Beim nächsten Mal sind Sie zehnmal kompetenter und selbstbewusster. Ein Lektor hilft Ihnen, besser zu werden, auf dem Gebiet, in dem Sie arbeiten wollen. Davon hat man mehr als von einer gekauften Arbeit. Wenn man sich kompakte, wohldefinierte Arbeitsschritte überlegt, ist die Anfertigung einer solchen Arbeit auf jeden Fall bewältigbar.
Am Rande: Ich nenne hier aus Vorsicht keine Namen. Wenn jemand etwa von einer Redaktion oder gar juristisch am Thema interessiert ist, kontaktieren Sie mich jederzeit.